DETAILS

Bachelor-Abschlussprojekt an der Muthesius Kunsthochschule

Wettbewerbsbeitrag für die Landesarbeitsgemeinschaft

Werkstatträte Schleswig-Holstein (2. Platz)

Kategorie: Wanderausstellung

Betreuung: Michael Breda, Manfred Schulz

Zeitraum: März - September 2018

Arbeitsbereiche:

Inhaltliches Konzept

-  Gestaltungskonzept und - entwurf

-  Entwurf von interaktiven Stationen

-  Grafikentwurf

-  Visualisierung und Modellbau

​​​​

UND WAS MACHEN SIE SO?

Jeder Mensch hat das Recht auf Arbeit. Sie ist sinnstiftend für das eigene Leben, sie ist wertvoll, sie ist produktiv und sie vermittelt das Gefühl des Gebrauchtwerdens. Sie betrifft Jede und Jeden und ist somit ein gesamtgesellschaftliches Thema. Viele verbringen den Großteil ihres Tages mit Arbeit und sie resultiert daraus als einer der wichtigsten Bereiche für Gleichberechtigung und Teilhabe.

Der Ausstellungsentwurf „Und was machen Sie so?“ setzt sich in diesem Sinne mit dem Arbeitsalltag von Menschen mit Behinderung auseinander.

 

Der Entwurf basiert auf dem Prinzip der Faltung. Aus einer zweidimensionalen Fläche werden hier kleinere, gleichförmige Quadrate geklappt, die in einer Eckposition angeordnet zu einem dreidimensionalen Faltkörper führen. Aus einer grundlegend gleichen Form entstehen so vielfältige Versionen. Auf funktionaler Ebene ergeben sich dadurch Volumen, die in ihren unterschiedlichen Ausführungen als Hörstation, Vitrinenhalterung, Sitz- oder Ausstellungfläche genutzt werden können und dem Raum auch ohne viele Exponate Tiefe geben. Auf sprachlicher Ebene spiegelt der Faltmechanismus den menschlichen Gegensatz zwischen Gleichheit und Vielfalt wider.

Die Besucher*innen können durch die entstandenen Formen einen tatsächlich Raum mit „Ecken“ besuchen, trotzdem sie sich in einer mobilen Wanderausstellung befinden. Gleichzeitig hinterlassen die herausgeschnittenen Quadrate nach dem Auffalten eine Lücke und führen zu einer Perforierung der Wand. So entsteht eine Verknüpfung von Innen und Außen: Man kann man mit Neugierde von „außen reingucken“ und in Verbundenheit von „innen rausgucken“.

 

Auf dieser Grundlage wurden für vier verschiedene Themenbereiche fünf Eckeelementen und drei dazugehörigen Säulen entwickelt, die – je nach den räumlichen Bedingungen - in unterschiedlichen Anordnungen aufgestellt werden können.

Drei verschiedene optische Materialien gliedern die Ausstellung dabei in ihre Rezeptionsebenen (Grundlagen, Vertiefung, Biografien). Zudem finden sich in allen Themenbereichen interaktive Angebote wie bspw. Hörstationen, herausnehmbare Tafeln (für individuelle Lesehöhen) oder Drehvitrinen. Ergänzt durch Texte in leichter Sprache, untertitelte Videos und einer erhabenen Bodenlinie soll „Und was machen Sie so?“ so vor allem von Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen erlebt und entdeckt werden können. Es soll nicht nur über sie sondern vor allem mit ihnen gesprochen werden.